Meditation: Mehr als „OM“ – dein Einstieg für den Alltag

Meditation: Mehr als „OM” – Dein Einstieg für den Alltag

Zuletzt aktualisiert und fachlich geprüft im Juli 2026 von Linda Hanzlik

Ein strukturierter Start in deine Meditationspraxis.

Kurz & knapp: Das Wichtigste für dich

Der Kern: Ein mentales Training. Du übst, mit deiner Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, statt dich von Gedanken ablenken zu lassen.

Der Hebel: Die Wirkung entsteht durch die Regelmäßigkeit. Täglich 3 Minuten trainieren dein Gehirn nachhaltiger als eine seltene, lange Einheit.

Die Haltung: Ein aufrechter Sitz (auf einem Stuhl oder Kissen) unterstützt deine Präsenz und beugt Müdigkeit vor.

Das Ziel: Innere Ruhe, Gelassenheit und geistige Klarheit im Hier und Jetzt.

Vielleicht denkst du bei Meditation sofort an stundenlanges, unbequemes Sitzen im Schneidersitz und komplizierte Gesänge. Ich kann dich beruhigen. Meditieren darf leicht sein. Du brauchst dafür weder Vorwissen noch spezielles Equipment.

Der Kern: Was ist Meditation eigentlich?

Meditation ist ein mentales Training. Dabei übst du, deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auszurichten und vollkommen im gegenwärtigen Moment präsent zu sein. Es geht darum, im Hier und Jetzt anzukommen und die eigenen Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen einfach nur wertfrei zu beobachten, anstatt direkt auf sie zu reagieren.

Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass du beim Meditieren deine Gedanken komplett abstellen musst. Das ist biologisch unmöglich, denn unser Gehirn produziert laufend Gedanken. Es geht lediglich darum, zu bemerken, wenn deine Gedanken abschweifen. In diesem Moment holst du deine Aufmerksamkeit ganz bewusst und ohne dich darüber zu ärgern wieder zurück zu deinem Fokuspunkt (zum Beispiel zu deinem Atem). Jedes Mal, wenn du das Abschweifen bemerkst und dich wieder auf die Gegenwart ausrichtest, trainierst du deinen Geist.

Warum Regelmäßigkeit den Unterschied macht

Ein einmaliges Workout baut keine Muskeln auf. Genauso verhält es sich mit der Meditation: Der eigentliche Nutzen entsteht durch die kontinuierliche Wiederholung im Alltag.

Durch deine regelmäßige, tägliche Praxis verändern sich die neuronalen Verbindungen in deinem Gehirn. Du lernst dadurch Schritt für Schritt, auch in stressigen Situationen bewusster innezuhalten, anstatt sofort automatisch auf Reize zu reagieren. Konstante drei Minuten am Tag sind für diesen Lerneffekt deines Gehirns wertvoller als einmal pro Woche eine ganze Stunde.

Hintergrundwissen: Wie Meditation dein Gehirn formt

Unser Gehirn ist ein Leben lang formbar (Neuroplastizität). Eine bekannte Studie der Harvard Universität von Dr. Sara Lazar zeigte mittels MRT-Aufnahmen, dass bereits acht Wochen regelmäßige Achtsamkeitsmeditation die Struktur des Gehirns messbar verändern können:

Aktivität im Stresszentrum (Amygdala): Hier nahm die Dichte der Nervenzellen im Laufe der acht Wochen messbar ab, während sich bei der Kontrollgruppe, die nicht meditierte, keine Veränderung zeigte.

Bereich für Gedächtnis und Selbstregulation (Hippocampus): Hier nahm die graue Substanz messbar zu.

Meditation ist also Training für das Gehirn.

Was bedeutet eigentlich „OM“?

Das klassische „OM“ stammt aus fernöstlichen Traditionen und ist ein sogenanntes Mantra, also ein Wort oder ein Klang, der als Fokuspunkt dient, damit die Gedanken nicht abschweifen.

Das monotone Summen beim Aussprechen des „OM“ erzeugt eine spürbare, physische Vibration in deinem Brustkorb und Rachenraum. Genau diese Schwingung hat einen direkten Einfluss auf dein Nervensystem.

Hintergrundwissen: Die biologische Entspannungsbremse im Körper

Die beim Summen entstehende Vibration stimuliert deinen Vagusnerv. Dieser Nerv ist der Hauptakteur deines Parasympathikus, also des Teils deines Nervensystems, der für Entspannung, Erholung und Regeneration zuständig ist.

Durch diese sanfte Stimulation sendest du ein klares Signal an deinen Körper, die Aktivität herunterzufahren. Dein Puls verlangsamt sich, und dein Nervensystem schaltet ganz natürlich auf Entschleunigung um.

3 einfache Meditationstechniken für deinen Start

Es gibt nicht die eine richtige Methode. Probiere diese drei Ansätze aus, um herauszufinden, was am besten zu dir passt:

Die Atemmeditation (Achtsamkeitsmeditation / Stille Meditation): Schließe deine Augen, sitze ruhig und spüre den Luftstrom an deinen Nasenflügeln. Beobachte einfach, wie die Luft ein- und ausströmt, ohne deinen Atemrhythmus verändern zu wollen.

Die Mantra-Meditation (Ein Wort als Fokus): Wiederhole im Rhythmus deines Atems leise ein Wort in deinen Gedanken – zum Beispiel „Ein“ beim Einatmen und „Aus“ beim Ausatmen.

Die Außen-Innen-Meditation (Die Sinne als Fokus): Nimm zuerst ganz bewusst drei Geräusche in deiner Umgebung wahr. Lenke deine Aufmerksamkeit danach komplett nach innen auf das Gefühl deines Atems im Brustraum.

Die richtige Haltung: Aufrecht und präsent

Vielleicht hast du schon gehört, dass man auch im Liegen meditieren kann. Für den Einstieg empfehle ich dir jedoch eine aufrechte Sitzposition. Im Liegen schaltet unser Gehirn nämlich sehr schnell in den Schlafmodus um. Eine aufrechte Haltung hingegen signalisiert deinem System geistige Präsenz und hält dich wach.

Die Basis: Setze dich aufrecht hin. Das funktioniert wunderbar auf einem normalen Stuhl, wobei die Füße flach auf dem Boden stehen, oder auf einem festen Kissen auf dem Boden.

Die Wirbelsäule: Richte deine Wirbelsäule angenehm gerade auf, ohne dich dabei anzuspannen. Lass deine Schultern locker nach unten sinken.

Deine Hände: Lege deine Hände entspannt auf deinen Oberschenkeln ab. Zeigen deine Handflächen nach unten, unterstützt das ein Gefühl von Stabilität. Zeigen sie nach oben, öffnet das sanft deinen Brustbereich.

Meditation: Deine Fragen beantwortet

Was mache ich, wenn meine Beine beim Sitzen einschlafen?

Meditation ist kein Wettbewerb. Wenn dir der Schneidersitz unangenehm ist oder deine Beine kribbeln, verändere achtsam deine Position oder setze dich einfach auf einen Stuhl. Eine schmerzfreie, bequeme Haltung ist die wichtigste Grundlage, damit du gerne dabei bleibst.

Wie finde ich die richtige Meditationstechnik für mich?

Probiere verschiedene Techniken aus. Wenn dir das stille Sitzen schwerfällt, versuche eine Gehmeditation (aktive Meditation) oder nimm deine Achtsamkeitspraxis mit nach draußen in die Natur, zum Beispiel beim Waldbaden. Meditation ist nicht an ein Kissen gebunden, sondern kann überall stattfinden, wo du deine Sinne bewusst ausrichtest.

Ist es normal, wenn mir das Meditieren schwerfällt?

Ja, das ist völlig normal. An manchen Tagen ist der Geist ruhiger, an anderen jagt ein Gedanke den nächsten. Wenn du deine Aufmerksamkeit immer wieder sanft zurücklenkst, sobald du das Abschweifen bemerkst, triffst du genau die Intention der Meditation. Es geht schlicht darum, präsent zu werden.

Sind geführte Meditationen besser als die stille Meditationen?

Gerade am Anfang können gesprochene Anleitungen eine wunderbare Stütze sein, weil sie deinen Geist an die Hand nehmen. Langfristig lohnt es sich, auch die Stille auszuprobieren. Erst in der Stille lernst du, deine eigenen mentalen Muster ohne Ablenkung von außen wahrzunehmen.

Nimm dir heute nach dem Lesen dieses Beitrags doch direkt drei Minuten Zeit: Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen und hole deine Aufmerksamkeit ganz sanft immer wieder zu deinem Atem zurück.

Schreib mir gerne eine Nachricht, mit welcher der drei Techniken du starten möchtest oder wenn du noch Fragen hast!

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Linda Hanzlik – Coachin & Trainerin für ganzheitliche Gesundheit

Wissen allein verändert wenig – Gesundheit entsteht durch Handeln. Ich begleite Menschen dabei, ihre Selbstwirksamkeit zu stärken. Sei es im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung oder auf dem persönlichen Weg im 1:1-Coaching.

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